Der 1947 in Tottori geborene Jirō Taniguchi startete seine Karriere als Mangaka 1972. Er spezialisierte sich schon früh auf sogenannte Gekiga – das sind Mangas für Erwachsene. 1992, mit der Veröffentlichung von Der spazierende Mann“ begann er, inspiriert vom französischen Comic wie Moebius und Bilal und der Ligne claire, seinen persönlichen Stil zu entwickeln, den er bis heute beibehalten hat. Trotz des europäischen Einfluß finde ich die Geschichten und den Zeichenstil von Jirō Taniguchi  urjapanisch und er erinnert doch stark an Hokusai und ähnliche Künstler.

In Japan genießt Taniguchi großes Ansehen, und auch in Deutschland erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, wie den Max-und-Moritz-Preis als Bester Manga oder als Comic des Jahres 2007.

Ich würde Jirō Taniguchi als Murakimi des Mangas bezeichne – allerdings ohne die absurden Plots. Seine Geschichten drehen sich meist um mittelalte, leicht langweilige Männer, die über das Leben sinnieren.
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So schauen wir den Protagonisten dabei zu, wie sie spazieren gehen, ihre Heimatstadt besuchen oder über ihren verstorbenen Hund nachdenken. Das klingt jetzt vielleicht etwas langweilig, ist es aber nicht. Die gezeichneten Bilder sind detailverliebt, die Dialoge tiefsinnig und die Geschichten anrührend.

In Deutschland sind die meisten Bücher von Jirō Taniguchi bei Carlsen erschienen, und ich kann eigentlich alle empfehlen. Ein guter Einstieg ist das autobiografisch inspirierte „Der spazierende Mann“, aus dem auch die Abbildungen hier sind. Wer Hiromi Kawakami’s Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ gelesen hat, sollte unbedingt  Jirō Taniguchi Manga-Adaption lesen (auch Carlsen). Auch das todtraurige „Inu o Kau – Träume vom Glück“, über das Sterben seines Hundes ist ungewöhnlich und absolut lesenswert.
Mit seinem letzten, bei Carlsen veröffentlichten Werk „Der Kartograf“ nimmt er uns mit in die Edo-Periode und porträtiert Leben und Wirken des Kartographen Ino Tadataka.

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