Kraut- und Progrock gehen in Japan aktuell offensichtlich sehr gut. Wir haben über die Konzerte der einschlägigen Bands (Acid Mother’s Temple, Kikagaku Moyo) in Berlin berichtet.

Meine neuste Entdeckung in dieser Richtung sind Minami Deutsch aus Tokio. Bei ihnen hört man die Einflüsse der deutschen Bands aus den Siebzigern, wie beispielsweise Neu! und Can, bislang am deutlichsten heraus. Auf ihrem ersten Album aus dem letzten Jahr gibt es als Bonus auch gleich zwei Coverversionen bekannter Krautrock-Stücke, Kraftwerks „Ruckzuck“ und „Soap Shop Rock“ von Amon Düül II. Minami Deutsch sind, wie übrigens auch Kikagaku Moyo, auf dem GuruGuru Brain Label, welches sich zur Zentrale für die Tokioter Bands dieses Genres zu entwickeln scheint.

Ihre eigenen Stücke bewegen sich stylistisch zwischen den späten Neu! (Futsu ni ikirenai) und britischen Bands wie Appliance (Übergleich, Part II) und Loop (Vocalisim Ai – Forever Takemitsu), die in den Neuzigerjahren sich reichlich vom Krautrock haben inspirieren lassen oder aber auch Camera aus Berlin. Heraus kommt eine sehr kompakte, eigenständige Mischung, der man den Spaß, die Schraube noch eine Runde weiterzudrehen, deutlich anmerkt.

Im Herbst soll um ihren Auftritt beim Liverpool International Festival of Psychedelica eine Tour organisiert werden. Wir halten euch auf dem Laufenden falls sie nach Berlin kommen.

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