Nachdem die ersten drei Filmfestivals mit interessanten japanischen Filmen in diesem Jahr jetzt schon rum sind, bringt das Arsenal noch Nachschub für alle Liebhaber des japanischen Films. Im März gibt es an zwei Terminen (17. & 28.3.16) den Klassiker Narayama bushiko zu sehen.

Der Film Narayama bushiko – Die Ballade von Narayama von Keisuke Kinoshita wird insbesondere für seinen Umgang mit Farben gelobt und die Einflüsse des Kabukis auf die Inszenierung hervorgehoben. Er basisiert auf dem Roman von Shichiro Fukazawa, der die angebliche Tradition des Obasute zum Thema hat. Danach wurden in manchen Gegenden die älteren Menschen sobald sie das siebzigste Lebensjahr erreichten auf einen Berg zum Sterben gebracht. Der Film dreht sich vor allem um eine Frau die dieses Alter erreicht und nun ihr Leben ordnen und auflösen muss um der Tradition genüge zu tun.

Narayama bushiko gehört neben „Vierundzwanzig Augen – 二十四の瞳“ und „Carmen kehrt heim – カルメン故郷に帰る“, dem ersten japanischen Farbfilm, zu den bekanntesten Werken Kinoshitas. Der Film wurde 2012 für die Filmfestspiele in Cannes restauriert. Zusammen mit der bereits erwähnten Verwendung von Farben und dem gelungenem Einsatz der Widescreen-Formats sind dies hinreichende Gründe sich diesen Film auf der großen Leinwand anzusehen. Wer dazu keine Gelegenheit hat, kann dies auch auf dem heimischen Sofa tun, denn dies ist mal einer der Klassiker, der auch im deutschen Sprachraum auf DVD erschienen ist.

1983 verfilme Shohei Imamura den Narayama bushiko erneut mit Ken Ogata (der in Paul Schraders Mishima die Hauptrolle spielte) und bekam dafür unter anderem die goldene Palme in Cannes. Es wäre natürlich interessant gewesen, diese beiden großartigen und völlig verschiedenen Verfilmungen des gleichen Stoffs einmal direkt vergleichen zu können.

17.03.2015 19:30 Uhr

28.03.2015 20:00 Uhr

Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
Telefon: +49-30-26955-100
Fax: +49-30-26955-111

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